Ist man als Frau jenseits der 40 plötzlich von Zyklusstörungen in der Nacht, auftretenden Hitzewallungen sowie Stimmungsschwankungen betroffen, deutet das nicht selten darauf hin, dass die Wechseljahre beginnen. In diesem Fall empfiehlt es sich, einen Gynäkologen aufzusuchen, der die Diagnose eindeutig stellen kann – wenngleich es sich streng genommen nicht um eine Krankheit, sondern um eine Lebensphase handelt. Bevor Tests angeordnet und durchgeführt werden, wird in der Regel ein ausführliches Gespräch mit der Patientin geführt (= Anamnese). In diesem kann sie über Lebensgewohnheiten, körperliche und psychische Probleme, Veränderungen und Beschwerden berichten. So kann sich der Arzt ein genaues Bild machen. Kommt der Gynäkologe zu dem Schluss, dass alles auf den Beginn der Wechseljahre hindeutet und es sich beispielsweise nicht um eine Erkrankung der Schilddrüse handelt, die mitunter ähnliche Symptome aufweist, kann er weitere diagnostische Schritte veranlassen.

Diagnose der Wechseljahre

Zur Diagnosestellung werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Blutentnahme, um den Hormonstatus (Östrogen, Progesteron) bzw. den Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH) bestimmen zu können – dieser steigt stark an, wenn die Eierstöcke ihre Produktion langsam einstellen
  • Schwangerschaftstest, um eindeutig festzustellen, ob ein Ausbleiben der Menstruation tatsächlich zyklusstörungsbedingt ist
  • umfassende körperliche Untersuchung inkl. Messung der Körpermaße (zur Bestimmung des Body-Mass-Index BMI) und des Blutdrucks
  • manuelle Untersuchung von Vagina und Gebärmutter inklusive Abstrich, um Erkrankungen auszuschließen, sowie Ultraschall
  • Knochendichtemessung, da die Wechseljahre in manchen Fällen mit einer beginnenden Osteoporose (= nachlassende Festigkeit der Knochen) einhergehen

Je nach Alter, körperlicher Verfassung und Ergebnis der einzelnen Untersuchungen werden sämtliche Möglichkeiten zur Behandlung besprochen, die zur Verfügung stehen und als sinnvoll erachtet werden. Nicht jede Patientin benötigt therapeutische Unterstützung in Form von Medikamenten bzw. Präparaten, da nicht alle Frauen von Wechselbeschwerden betroffen sind.

Wechseljahre ab 35

In seltenen Fällen kommen Frauen schon mit Mitte 30, also vorzeitig, in die Wechseljahre. Warum das so ist, lässt sich nicht erklären. Wer ungewöhnliche Veränderungen an sich feststellt und plötzlich von erheblichen Zyklusstörungen betroffen ist, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.